Slutwalk
Am 3. April 2011 liefen Frauen in Toronto von Queen's Park zur Polizei. Anlass: ein Beamter hatte gesagt, sie sollen sich nicht wie Schlampen anziehen, wenn sie nicht Opfer werden wollen.
Der Satz
Am 24. Januar 2011 sprach Constable Michael Sanguinetti an der Osgoode Hall Law School der York University über Prävention. Er sagte, Frauen sollten vermeiden, sich wie Schlampen anzuziehen, um nicht Opfer zu werden. Er hat sich später entschuldigt. Der Satz blieb.
Die Antwort
Sonya Barnett und Heather Jarvis haben daraus eine Demo gemacht. 3. April 2011, Queen's Park zur Zentrale der Toronto Police. CBC schrieb von rund 1.000 Leuten, andere Zählungen lagen höher. Der Name war Absicht: Slutwalk, nicht Victimwalk.
Im Sommer war der Satz in anderen Städten. Berlin, München, Frankfurt, Hamburg am 13. August 2011. The Local schrieb von mindestens 1.500 in Berlin. Der erste deutsche Lauf war am 23. Juli in Passau.
Was davon bleibt
Nicht die Demo-Choreo. Der Handgriff: ein Schimpfwort, das gegen dich benutzt wurde, selbst in den Mund nehmen. Auf Stoff ist das SLUT und SCHLAMPE. Pink, oversized, Druck in Deutschland.
Fragen
- Was war der Slutwalk?
- Eine Protestform ab 2011. Auslöser war ein Satz der Toronto Police an der York University. Die Antwort war, das Wort Slut auf die Straße zu tragen statt es zu vermeiden.
- Wann war der erste Slutwalk?
- 3. April 2011 in Toronto. Organisiert unter anderem von Sonya Barnett und Heather Jarvis.
- Gab es das in Berlin?
- Ja. Am 13. August 2011, parallel in mehreren deutschen Städten. In Berlin liefen nach damaligen Berichten rund 1.500 Leute mit.
- Was hat das mit den Shirts zu tun?
- Denselben Satz, denselben Reflex: das Wort nicht dem überlassen, der es als Waffe benutzt. SLUT und SCHLAMPE im Shop.